Luxemburg und ihr Werk in ihrer Zeit (Zeitleiste)



Jahr Politische
Entwicklungen
Rosa
Luxemburg
Klassenkämpfe Organisationen wichtige
Schriften
1834 Gründung des Deutschen Zollvereins (zweiter) Aufstand der Seidenweber in Lyon
1836  Beginn der Chartistenbewegung in England, Bund der Gerechten in
Deutschland
1844 Aufstand der schlesischen Weber
1847 Zehnstundentag für Frauen und Kinder in England Hungerrevolten in Preußen Bund der Kommunisten gegründet
1848/1849 Revolutionäre Kämpfe in vielen europäischen Staaten (Bürgerliche
Revolution)
Manifest der
Kommunistischen Partei erscheint
1854 Verbot aller noch bestehenden Arbeiter-vereine in Deutschland
1861  Abschaffung der Leibeigenschaft in Russland
1863 Gründung des ADAV durch F. Lassalle
1864 Gründung der I. Internationale (Internationale
Arbeiterassoziation) in London. In Folge der Entwicklung nationaler
Arbeiterparteien und des Bruchs mit der anarchistischen Stömung zerfiel sie
und wurde 1876 aufgelöst.
1867 Gründung des Norddeutschen Bundes, ein Ausgangspunkt für die
Bildung des Deutschen Reiches unter preußischer Vorherrschaft
Der erste
Band des „Kapital“ erscheint
1869 Gründung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei in Deutschland
durch A. Bebel und W. Liebknecht
1870 Deutsch-Französischer
Krieg und Gründung des Deutschen Reiches; durch die französischen
Kontributionszahlungen wird die Gründung von Industrieunternehmen in
Deutschland befördert, vor allem die Schwerindustrie; gleichzeitig wieder
eine hohe Intensität von Spekulationen
1871 Rosa Luxemburg wird in Zamosc im russisch beherrschten Teil
Polens, geboren
Pariser Kommune – revolutionärer pariser Stadtrat, der
versuchte, die Stadt nach sozialistischen Prinzipien zu verwalten. Sie gilt
gleichermaßen als erstes Beispiel einer Diktatur des Proletariats wie auch
Vorbild der Rätedemokratie
1875 Gothaer Parteitag Schaffung der Sozialistischen Arbeiterpartei
Deutschlands (SAPD, ab 1890 SPD) durch
die Vereinigung von SDAP und ADAV
1878 Gesetz gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der
Sozialdemokratie (Sozialistengesetz), bis 1890
Die Partei wurde verboten – aber trotzdem wuchs ihr Einfluss
unter den Arbeiterinnen und Arbeitern. Auch die Zahl sozialdemokratischer
Abgeordneter stieg immer weiter an.
1881-1890 Einleitung der Politik des „Zuckerbrot und Peitsche“
durch die „Sozialbotschaft“ des Kaisers 1881 – Entstehung der
Grundstrukturen der sozialen Sicherungssysteme in Deutschland; gleichzeitig
Verschärfung des Sozialistengesetzes vor allem ab 1886
1884/1885 Deutschland beginnt mit der Eroberung von Kolonialgebieten in
Afrika und Asien; Aufteilung Afrikas unter den imperialistischen Mächten auf
der „Berliner Konferenz“
1889 Rosa Luxemburg flieht in die Schweiz und beginnt dort zu
studieren
Streik von 150.000 Bergarbeitern für den Acht-Stunden-Tag Gründung der II. Internationale als weltweiter Zusammenschluss
sozialistischer und sozialdemokratischer Parteien und Vereinigungen
1890 Fall des Sozialistengesetzes 1. Mai wird zum Kampftag vor allem für den Acht-Stundentag
1891 Erfurter Parteitag der SPD beschließt ein Programm, das sich
konsequent am Marxismus orientiert
1892 der erste
große Arbeiterausstand in Polen in Łódź, der blutig
niedergeschlagen wird
nahe Paris wird Polnische Sozialistische Partei (PPS) gegründet
1893 beteiligt als der Gründung der SDKPiL in Zürich Gründung der „Sozialdemokratie des Königreiches Polen (kurz
darauf auch Litauens)“ (SDKPiL)
1895 Gründung der „Gruppe Befreiung der Arbeiterklasse“
unter Lenin
1896 1896 streiken in Petersburg 30.000 TextilarbeiterInnen, 1896/97
Hafenarbeiterstreik in Hamburg mit 16.000 Teilnehmern
1897 Promotion zur „industriellen Entwicklung Polens“
1898 Übersiedlung nach Berlin und Wahlkampf für die SPD in Schlesien Gründung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands
(SDAPR)
1899 Erstes Flottenbauprogramm des Deutschen Reiches Beginn des „Revisionismusstreits“ – es ging darum, ob
die theoretischen Annahmen Marx‘ noch aktuell sind, oder ob der Kapitalismus
nicht durch eine Revolution, sondern durch allmähliche Reformen zu überwinden
wäre
„Sozialreform
oder Revolution“
1900 wachsende Rüstungsproduktion vor allem der
europäischen Großmächte und in Japan, enstprechende Entwicklung vor allem im
Maschinenbau; Entstehung mächtiger Monopole in fast allen Bereichen der
Wirtschaft
Boxeraufstand in China
1901
1902 Massenstreikbewegung
in Belgien
erstmals erscheint „Die Gleichheit“, die erste für und
von Frauen gemachte proletarische Massenzeitschrift (Ltg. Clara Zetkin)
mehrere Artikel zur Rolle des Massenstreiks und zum Verhältnis
von Partei, Gewerkschaften und Massen
1903 Vereinigung der polnischen und russischen Sozialdemokratie
scheitert an unterschiedlichen Positionen zur nationalen Frage
„Organisationsfragen
in der russischen Sozialdemokratie“
1904 Beginn
des Aufstandes der Herero und Nama gegen die deutsche Kolonialherrschaft; das
Massaker an diesen Völkern wurde erst 2016 von der Bundesrepublik als
Völkermord anerkannt
Ab Ende 1904 bis 1908 zahlreiche Analysen und Überlegungen zur
Revolution im Russischen Reich; der erste dieser Artikel: „Zum Sturm auf
die Selbstherrschaft“
1905 Luxemburg reist nach Polen, um an den Kämpfen
teilzunehmen, wird 1906 verhaftet, kommt aber gegen Kaution (gestellt von der
SPD) frei
Revolution im russischen Imperium (einschl.
Polens); die Bauern und die Arbeiter treten erstmals jeweils als eigene
politische Kraft in Erscheinung,
1906 Streik in Hamburg gegen eine Wahlreform – erster politischer
Massen-streik
in
„Massenstreik, Partei und Gewerkschaften“ und „Blanquismus und Sozialdemokratie“ diskutiert sie quasi parallel Fragen des Verhältnisses
von Partei und Bewegung unter den deutschen und den russischen Bedingungen
1907 Beginn der Tätigkeit an der SPD-Parteischule
1908 „Lehren aus den drei Dumas“ – eine zusammenfassende
Analyse der Revolution 1905-1907
1909 Bergarbeiterstreik im Mansfeld, 10.000 Streikende „Einführung
in die Nationalökonomie“ (Manuskript)
1910
1911
1912
1913 „Akkumulation
des Kapitals“
1914 gründet die „Gruppe Internationale“, ab 1916
„Spartakusbund“, in Opposition zur Kriegspolitik der Mehrheits-SPD
Die SPD-Reichstagsfraktion stimmt den Kriegskrediten zu und
unterwirft sich der „Burgfriedenspolitik“
1915 Erster Weltkrieg 1914-1918
1916 bis 1918 in „Schutzhaft“ Aufstände in Irland und Mittelasien „Die Krise der Sozialdemokratie“
1917 Februar- und Oktoberrevolution im russischen Imperium Gründung der USPD als Abspaltung von der SPD unter
antimilitaristischem Vorzeichen; wachsender Widerstand gegen den Krieg vor
allem in der deutschen Kriegsflotte – erster Aufstand; zunehmende Zahl von
Streiks
1918 Auflösung der kurz nach der Revolution auf der Grundlage von Parteilisten aus dem Sommer 1917 gewählten
„Konstituierenden Versammlung“ (Januar) durch die Bolschewiki,
Frieden von Brest-Litowsk; Russland scheidet unter großen Gebietsverlusten
aus dem Weltkrieg aus; Beginn der ausländischen Intervention (März)
Gründung der KPD Manuskript
„Zur russischen Revolution“
Novemberrevolution in Deutschland
1919 Die
Rätebewegung verliert schon Ende 1918 an Kraft und wird unter maßgeblicher
Beteiligung der SPD-Führung niedergeschlagen. Gründung der „Weimarer
Republik“
wird im Januar von Freikorpsoffizieren ermordet Generalstreik und Kämpfe in Berlin (fälschlich auch
„Spartakusaufstand“), Räterepubliken in Bremen, Bayern und Ungarn
„Die
Ordnung herrscht in Berlin“ (letzter Artikel)